Kultur

OTTO KOENIG - Der Tierprofessor vom Wilhelminenberg

Otto Martin Lothar Koenig (*23. Oktober 1914 in Wien, †05. Dezember 1992 in Klosterneuburg) war ein österreichischer Verhaltensforscher, Zoologe und Schriftsteller mit einer Ausbildung als Fotograf.

Leopold Lukschanderl

OTTO KOENIG
Der Tierprofessor vom Wilhelminenberg

248 Seiten mit zahlr. Abb., Illustrationen und Bildteil | 15,2x22,6 cm | Hardcover | EUR 35,00 | ISBN: 978-3-902868-89-3

Der Schüler von Konrad Lorenz gründete gleich nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 mit seiner Gattin Lilli Koenig die Biologische Station Wilhelminenberg bei Wien. Dieses Institut für Vergleichende Verhaltensforschung (später im Rahmen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften) leitete Otto Koenig selbst. Er leistete Bedeutendes für Natur- und Wildtierschutz in Österreich, erhielt zahlreiche Auszeichnungen und wurde 1962 zum Professor ernannt. (Er hatte sein Studium nie abgeschlossen und legte darauf auch Wert).

Der gleichnamige Vater des Verhaltensforschers (1881-1955) war ein sozialdemokratischer Volksbildner und Schriftsteller in Wien. Mit seinen ORF-Sendungen, die von 1956 bis zu seinem Tod im Jahr 1992 unter verschiedenen Titeln liefen ("Wunder der Tierwelt", "Rendezvous mit Tieren", "Rendezvous mit Tier und Mensch"), wurde der passionierte Bart- und Khakiträger in ganz Österreich bekannt. In dieser Sendung brachte er Naturschutz, aber auch österreichische Traditionen und Kulturen einer breiten Öffentlichkeit nahe. Den Verlauf der technischen Entwicklung sah er allerdings zunehmend pessimistisch.

Die TV-Sendereihe war übrigens die früheste und am längsten laufende Tiersendung der Welt und später noch die längste gleichbleibende Sendung im deutschen Sprachraum.

Otto Koenig machte sich zum Beispiel für den Schutz von Fauna und Flora am Neusiedler See stark. Im Rahmen der Debatte um Donaukraftwerke prägte er den Begriff "Lebensraum aus zweiter Hand". Er bezog die Position, dass rein konservierender Naturschutz nicht alle Probleme im Spannungsfeld Natur-Technik-Kultur lösen kann und stand den Kraftwerken an der Donau nicht grundsätzlich negativ gegenüber. Damit nahm er einen Standpunkt ein, mit dem sich viele Umweltschützer nicht identifizieren konnten.

In seinen Forschungen über die Entwicklung von Kulturen und dem Vergleich von kulturellen und biologischen Entwicklungstendenzen etablierte er das Fach der Kulturethologie, welches Konrad Lorenz als so bedeutsam erachtete, dass dieser seine Nobelpreisrede mit dem Titel "Analogy as a Source of Knowledge" diesem Thema widmete. Koenig wurde weiters auch durch seine Forschungen zu Aquarienfischen bekannt.

Der Autor:

Leopold Lukschanderl, Wissenschafts- und Umwelt-journalist, langjähriger Chefredakteur der Magazine UMWELTSCHUTZ und WASTE, Buchveröffentlichungen und zahlreiche Auszeichnungen, darunter mehrere Staatspreise.

Pressestimmen:


KURIER, 22.1.2014: Rendezvous mit dem Tierprofessor

Es ist wirklich gut gelungen, die vielen unterschiedlichen Facetten des Wirkens Otto Koenigs zusammenzuführen bzw. einen schönen Querschnitt davon zu zeigen.

Dr. Dagmar Schratter, Direktorin Schönbrunner Tiergarten

Ich wollte die Weihnachtsfeiertage für ein kurzes Überfliegen des Inhalts nutzen, blieb jedoch hängen und musste bereits das ganze Buch lesen...

Florian Seid, Verbund

Eine würdige Biographie Koenigs, interessant zu lesen, mit wohlwollender Anerkennung der Leistungen, aber in deutlich erkennbarer kritischer Distanz (und eben dadurch "würdig"). Respekt und Anerkennung!

Univ. Prof. Dr. Max Liedtke, Professor für Pädagogik der Universität Erlangen-Nürnberg

Ein wenig beschleicht einen schon das Wickie, Slime und Piper-Gefühl bei der Lektüre der neuen Biografie "Otto Koenig". Doch das Buch des Umweltjournalisten Leopold Lukschanderl zum 100. Geburtstag des "Tierprofessors vom Wilhelminenberg" bietet mehr als nur nostalgische Erinnerungen an frühe TV-Erlebnisse; etwa Einblick in die Entwicklung der Umweltschutzbewegung in Österreich.

APA - Austria Presse Agentur

Es ist dem Autor nicht allein gelungen, entscheidende Abschnitte in Koenigs Leben und Wirken zusammen zu stellen, sondern er hat es tatsächlich geschafft, trotz des ("durch der Parteien Hass und Gunst verzerrt, schwankt sein Bild in der Geschichte") zersplitterten Bildes einen meines Erachtens - wenn es so etwas gibt - von "liebevoller Objektivität" geprägten Band zu verfassen.

Univ. Prof. DDr. DiplPsych. Uwe Krebs, Universität Erlangen-Nürnberg

 

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Bilder: (Copyright: Andreas Jakwerth/Valence/Verlag Holzhausen)


Veranstaltung: Potentiale von Open Access in den Geisteswissenschaften - Jänner 2016

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